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Einblicke

Liebe Eltern

Ein bewegtes Jahr geht zu Ende. Der Elternrat traf sich Ende November das letzte Mal im 2020 wieder auf Zoom. Natürlich war Covid-19 auch hier ein grosses Thema. Die Kommunikation bei positiven Fällen in der Schule, die Massnahmen, Sorgen und Hoffnungen… Ansichten gehen unter Eltern – so wie in der ganzen Gesellschaft – momentan auseinander. Die Schule handelt sehr verantwortungsvoll und sorgfältig und mit höchstem Engagement. Auch am Wochenende ist die Schulleitung per Mail erreichbar. Die Kommunikation bei positiven Covid-Fällen wurde mit Fachleuten weiter verfeinert und erlaubt es nun, jeweils die tatsächlich betroffenen Klassen oder Horte und nicht unspezifisch die ganze Schule zu informieren. So konnten die vielen Unsicherheiten ein wenig reduziert werden. Das Vertrauen zwischen Schulteam und Eltern ist generell gut und die Zusammenarbeit mit dem Contact Tracing ebenfalls.

Wir freuen uns, dass einige Anlässe in den letzten Wochen in zeitgemässen Formen durchgeführt werden konnten und für die Kinder unvergessliche Erlebnisse möglich machten. Gerne geben wir euch ein paar Einblicke.

Erzählmorgen

Die Erzählnacht wurde zum schulinternen Erzählmorgen, an dem sich die Klassen gegenseitig Geschichten vorlasen. Einige Lehrpersonen haben für uns ein paar Schülerstimmen aus ihren Klassen gesammelt und zusammengetragen. Tausend Dank dafür!

(Stimmen aus der 2. Klasse von M. Buser)

  • Es war schön, andere Kinder im Schulzimmer zu begrüssen.
  • Die 3. Klasse von Frau Wanner und Frau Sharon haben extra Geschichten für uns geschrieben. Das war toll.
  • Es hat Spass gemacht, den Geschichten zuzuhören.
  • Es war schön, dass Kinder gelesen haben und nicht die Lehrpersonen.
  • Das Thema war schön. Wir hatten einen ganzen «Glückstag».
  • Die Schulleitung hat allen Kindern einen Glückskeks geschenkt. Das war lieb.
  • Es war toll anderen Kindern etwas beizubringen (das Falten von Kleeblättern und Marienkäfer).
  • Einige Klassen haben aus dem Thema eine ganze Woche gemacht – eine Glückswoche.
  • Bis in die 5. Klasse haben nur Kinder vorgelesen – das gab es an einer Erzählnacht noch nie.
  • Die Vorleser und Vorleserinnen haben viel Mut gebraucht, waren aber nach dem Vorlesen sehr stolz auf sich.
  • Von der 1. Klasse haben die Vorleser und Vorleserinnen kleine Dankesgeschenke erhalten.


(Stimme aus der 4. Klasse von F. Baumann)
Wir, die Vertreterinnen und Vertreter der Klasse 4b, haben der Klasse 3b das Kinderbuch «Wo das Glück wächst» vorgelesen. Obwohl wir am Anfang ein bisschen nervös waren, war es am Schluss ein voller Erfolg. Die Schülerinnen und Schüler haben uns sehr aufmerksam zugehört und im Klassenzimmer war es mucksmäuschenstill 😉 In der dritten und letzten Sequenz durften die Kinder auf ein ausgeschnittenes Puzzleteil noch ein Bild zur Geschichte zeichnen. Am Nachmittag wurden die vielen Zeichnungen zu einem Kunstwerke zusammengetragen. Schön, dass wir trotz allem einen tollen Morgen verbringen konnten.


(Text von A. Keller, Klassenlehrerin 6. Klasse)
Die 6.-Klässler*innen hatten es sich auf ihren mitgebrachten Kissen am Boden bequem gemacht. Es war natürlich eine grosse Ehre, dass die Schulleiterin Heidi Zandbergen aus einem Buch vorlas, und so lauschten die Kinder gespannt der lebendig vorgetragenen Lektüre. Auch die IF-Lehrerin Maria Gasche beglückte die Kinder mit einer schönen Geschichte. Sie erzählte von einer Ziege, die im fernen Manhattan Glück bringen soll. Ihren Gastauftritt rundete Maria Gasche mit der Aufforderung an die Kinder ab, einen Brief an sich selbst zu verfassen, in dem sie sich für die kommenden Monate verschiedene Glücksmomente wünschen. Diese Briefe wird Heidi Zandbergen den Kindern am Ende der 6. Klasse zusenden – und ihnen damit sicherlich einen schönen Glücksmoment bescheren!

November-Lichter und Räben

In einigen Kindergärten organisierten die Elternratsdelegierten Alternativen zum gemeinsamen Räbenliechtliumzug: So war ein Umzug in kleinen Gruppen rund ums Feld bei der ETH Hönggerberg ein schöner Anlass, sich auf Distanz zu begegenen.

(Text von Andrea Linsi, Elternrat Vogtsrain)
Am 5. November war es soweit. Beim Räbeliechtli-Umzug des Kindergarten Vogtsrain 3, konnten die Räben, trotz Covid 19 bedingten Einschränkungen, mit den Sternen um die Wette leuchten. Frau Hug hatte mit den Kindern drei Lieder eingeübt und in den Tagen zuvor hatten die Eltern, mit den Kindern zusammen die Räben geschnitzt.

Drei Kleingruppen von je 6 Kindern, begleitet von je zwei Erwachsenen, marschierten wacker 30 Minuten lang eine Runde um den Chäferberg. Der Weg war mit Fackeln ausgeleuchtet. Die Gruppen liefen gleichzeitig, jedoch weit voneinander entfernt und sahen die jeweils anderen Gruppen stehts in der Ferne leuchten. Dies und die Fackeln machten die Stimmung am Berg noch geheimnisvoller, fast mystisch.
Auch einige Eltern mit älteren Geschwistern spazierten mit ihren Räben, unabhängig von den Kindergarten Gruppen, in der entgegengesetzten Richtung. Drei ältere Geschwister hatten eine ganz spezielle Überraschung auf Lager. Sie positionierten sich an einer Weggabelung und sangen jeder Gruppe ein Räbeliechtli-Ständli vor. Viel zu schnell war der Umzug vorüber, doch die Liechtli zierten noch manch einen Balkon in den darauffolgenden Tagen.

(Text von Simona Cueni, Elternrat Vogtsrain)
In einem anderen Kindergarten durften alle Kinder, die Lust hatten, daheim ein Fenster schön schmücken und beleuchten. Es wurde geklebt, gemalt, Lämpchen montiert, Zwerge, Rehe, Engel aufgestellt… An vier Abenden wurden alle Fenster beleuchtet und die Familien konnten auf Abendspaziergängen im Quartier die Fenster suchen, bestaunen (mit Plan natürlich) und gleichzeitig die Wohnorte der Freundinnen und Freunde kennenlernen. Für die Kinder (und Eltern) ein grosses Ereignis. Viele waren mehrere Abende unterwegs, auch mit Laterne oder Hocker, um die Fenster besser zu sehen oder mit Glühwein und Guetzli. Ein schönes gemeinsames Erlebnis, das einige Begegnungen – mit Abstand und an der frischen Luft – ermöglichte, die momentan ja sehr selten sind.

Elternbildungsabend

(Text von Anita Baumgartner, Elternrat Vogtsrain)
Am 3. Dezember 2020 trafen sich über 40 Interesserte an einer vom Elternrat organisierten Diskussion über Umweltherausforderungen aus ethischer Sicht, für einmal nicht im Singsaal der Schule Vogtsrain, sondern – wie derzeit coronabedingt so oft – über Zoom verbunden in den jeweils eigenen vier Wänden. Wir durften auf diesem Weg sehr interessanten und anregenden Inputs des Referenten Ivo Wallimann-Helmer folgen, die dann jeweils in kleinen Gruppen separat diskutiert, vertieft und verarbeitet werden konnten. Trotz anfänglichen kleinen technischen Schwierigkeiten war die Durchführung über Zoom spannend, wurde vom Referenten ausgezeichnet administriert und hinderte die Teilnehmenden nicht, angeregt zu diskutieren und auch später wohl nachhaltig darüber nachzudenken.

Zwar wurde der Theorie-Input mit Greta – auch einem Kind von Eltern – eingeführt und fanden sowohl markige Statements aus ihrem Mund («I wonder what will you tell your children was the reason to fail and leave them facing a climate chaos that you knowingly brought upon them?») als auch auf Transparenten von Klimaschutz-Demos gefundene Ausrufe («Mir kämpfe für ä bessäri Zuäkunft») ihren Platz, jedoch wurde dann nicht nach Klimaschutz-Massnahmen gesucht oder konkrete Anleitungen erarbeitet, nach denen man sich einfach richten könnte, um die Umwelt und die Zukunft zu retten.

Vielmehr führte uns Ivo Wallimann-Helmer während zwei Stunden sehr geschickt an Fragen und Gedankengänge heran, denen viele von uns zuvor im Zusammenhang mit der Umweltschutzthematik vielleicht noch nicht begegnet waren. Haben wir Eltern die heutige Situation verdient? Auf welche Zukunft haben unsere Kinder Anspruch? Welche Kindheit haben unsere Kinder verdient? Was müssen wir tun und in Kauf nehmen? Welche Verantwortung haben wir gegenüber den in der Zukunft lebenden Menschen (und gegenüber den Tieren, den Pflanzen und dem ganzen Ökosystem), die wir in eine Welt hineingeboren wurden mit nie zuvor dagewesenem Wohlstand, grundsätzlich grosser Sicherheit, fast unerhörten Freiheiten und einem rasant weiter voranschreitenden technologischen Entwicklungsstand? Wo entscheidet sich, welche Zukunft unsere Kinder überhaupt wollen? Welche Standards müssen und sollen wir für die Zukunft erhalten?

Solche und andere Fragen wurden gestellt, diskutiert und immer wieder gab es Einschübe im Laufe dieses Abends, bei welchen ich mir selbst jedenfalls dachte, dass ich darüber wirklich einmal näher nachdenken möchte. Wie verhält sich zum Beispiel der klarerweise erhaltenswerte Standard «Demokratie» zum Wert «Schutz unseres Ökosystems»? Die Durchsetzung von harten Massnahmen zum Schutze der Umwelt, welche möglicherweise grosse Entbehrungen der Menschen fordern, wird in einem anderen als demokratischen politischen System doch viel eher möglich sein. Müssen also die Werte «Demokratie» und «Schutz des Ökosystems» gegeneinander abgewogen werden? Welche Ansprüche haben unsere Kinder, welche Zukunft haben sie verdient und wieviel Entbehrung sollen wir Eltern und vielleicht auch die Kinder in Kauf nehmen und in Kauf nehmen müssen?

Es gab an diesem Abend keine Antworten, es gab keine Rezepte dafür, was zu tun und zu lassen ist und es gab nicht einmal eine Einigkeit darüber, welche Zukunft wir eigentlich zu ermöglichen haben. Klarerweise soll es eine möglichst gute sein und sollen unsere Kinder darin ein würdiges und glückliches Leben führen können. Alle Teilnehmenden wurden von Ivo Wallimann-Helmer in sehr gelungener Art und Weise angestossen, darüber nachzudenken, was wir tun, wie wir es tun und für wen wir es tun. Wir haben eine Verantwortung, es gibt eine Zukunft und wir müssen ohne Frage ETWAS tun. Die Auseinandersetzung auf der philosophisch-ethischen Ebene mit diesen Fragen über die Zukunftsverantwortung von uns Eltern soll den Grundstein legen und unser Bewusstsein schärfen.

Herzlichen Dank an Ivo Wallimann-Helmer für das Engagement für die Elternbildung und ebenso herzlichen Dank für die rege Teilnahme an diesem online-Abend. Gerne werden Inputs für Themen von nächsten Elternbildungsveranstaltungen (wohl in der kommenden Zeit erneut online) entgegen genommen. Vorschläge können jederzeit über kontakt@elternrat-vogtsrain.ch gemeldet werden.
Für 2021 hoffen wir natürlich alle, dass gemeinsame Anlässe wieder vermehrt möglich sein werden. Eingeplant sind sie jedenfalls bereits.

Nun wünschen wir euch allen erholsame Feiertage – auch wenn sie bestimmt anders werden als gewohnt.

Euer Elternrat